Continental Bulldog WeltBeobachtet man aufmerksam die Welt und das, was Menschen darin tun, wird man feststellen, dass unterschiedliche Menschen sich unterschiedlich verhalten. Dies wird umso deutlicher, wenn Sie aus unterschiedlichen Gruppierungen stammen, also z.B. Religionen, Parteien, Kulturen, Erdteilen usw.  Woran liegt das? Und was hat das mit Hunden – nicht nur Continental Bulldogs – zu tun?

Wie wir die Welt (für) wahr-nehmen

In der Zwischenüberschrift steckt schon ein kleines Wortspiel: wir nehmen die Welt nicht nur wahr, sondern das, was wir wahrnehmen, halten wir auch für wahr. Wir möchten diesen Sachverhalt nicht zu tief behandeln, denn damit haben sich schon verschiedene Wissenschaftler, Philosophen, Denker und Dichter beschäftigt und es darf kurz erklärt werden, wie es hier gemeint ist:

Wir kommen auf die Welt als ein „weißes Blatt Papier“, sozusagen unbeschrieben. Was wir ab da wahrnehmen mit unseren Sinnen (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken) prägt uns, bei nahezu jeder Wahrnehmung sind alle Sinne beteiligt, mal mehr, mal weniger und setzen sich zu unseren Gedanken und Glaubenssätzen zusammen, ferner auch zu unseren zugrundeliegenden Werten (z.B. Freiheit, Gesundheit, gelebte Partnerschaft usw.), die wiederum unser Handeln und unser Leben bestimmen. Zuvorderst sind dafür unsere Eltern und das direkte Umfeld zuständig, uns diese Gedanken zu formen. Natürlich unbewusst und immer in bester Absicht.

Die Sache ist die – zuvorderst lernen wir durch Beobachten, sozusagen durch Abkucken bzw. Kopieren dessen, was uns unser Umfeld – zunächst unsere Eltern – vorlebt bzw. -leben. Und nun ist es so, dass wir alle unterschiedliche Eltern haben und in unterschiedlichen Umfeldern aufgewachsen sind. Insofern ist auch nicht jede Prägung von Menschen gleich. Sehr deutlich sieht man das z.B. bei einigen – für uns radikalen – Gruppierungen. Wir in der westlichen Welt würden, aufgrund unserer Prägung und Weltanschauung, eher keinen Sprengstoffgürtel um den Bauch schnallen und uns selbst in die Luft jagen. Wir können uns so etwas noch nicht mal vorstellen, weil uns dieses Wertesystem über unsere Prägung nicht vermittelt wurde und wir nicht daran glauben, dass uns nach einer solchen Tat ein tolles Leben danach erwartet. Übrigens – so lange ist es auch noch nicht her, dass wir in unserer westlichen Welt an diese Dinge glaubten, wenn man mal in unsere religiöse Vergangenheit schaut.

Andererseits würde uns Vertreter einiger afrikanischer Länder einen „Vogel zeigen“, wenn wir Ihnen unseren Umgang mit Hunden näherbringen wollten. Deren Wertesystem sieht ein Miteinander in Form eines autonomen Lebens von Mensch und Hund vor. Allerdings keiner dieser Menschen würden einen Hund in seinem Bett schlafen lassen, Kettchen und Mäntelchen umhängen oder Feinschmeckermenüs vorsetzen. Vermutlich würden diese Menschen glauben, dass wir nicht von unseren Hunden, sondern von unseren Kindern sprechen. Na ja – vermutlich wurden jenen Menschen von deren Ahnen diese Dinge vorgelebt, welche Sie wiederum mit Ihren Sinneskanälen wahrgenommen, im Hirn verarbeitet, als Gedanken gespeichert und Werte angelegt haben. Und das spiegelt sich auch  in einer völlig anderem Lebensweise zwischen Mensch und Hund wieder. Man kann es auch anders ausdrücken: Diese Menschen leben zwar in der gleichen stofflichen Welt, nehmen diese allerdings völlig anders wahr und das ist nicht nur eine „Tatsache“ zwischen verschiedenen Kulturen – selbst unter Menschen gleicher Kultur wird diese Welt zu größeren oder kleiner Anteilen anders wahrgenommen. Wir haben also alle ein anderes „Modell von Welt“ in unserem Kopf und damit verbunden den festen Glauben, wie diese (angeblich) funktioniert. Unsere Parteien machen es und vor und auch in der Hundewelt gibt es verschiedene Ansichten zu Hunden, Erziehung und allem was damit zusammenhängt.

Wie der Hund seine Welt wahrnimmt

Das oben Gesagte gilt grundsätzlich auch bei unseren geliebten Hunden. Auch sie nehmen die Welt mit den genannten Sinneskanälen – Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Hören – wahr. Ein wichtiger Unterschied ist in diesem Zusammenhang zwischen Mensch und Hund jedoch festzustellen: Der primäre Sinneskanal der Hunde ist das Riechen.

Natürlich bedeutet das, dass der Hund besser riecht als wir, sein Hirn ist entsprechend anders aufgebaut und das machen wir uns teilweise ja auch zunutze, z.B. in der Drogenfahndung etc.

Aber allein diese menschliche Nutzen-Betrachtung ist viel zu kurz gesprungen. Wir möchten hier noch eine andere Betrachtung vornehmen. Wenn der Hund primär seine Nase zur Wahrnehmung seiner Welt benutzt, verknüpft er damit – also dem Riechen – auch eher die Gefühle in seinem Organismus. D.h., die Prägung durch den Geruch ist deutlich größer, der Hund FÜHLT INTENSIV durch das Riechen und baut damit die Vorstellung von SEINER Welt auf. Wenn wir Menschen einen Gedanken haben und uns auf diese Gedanken konzentrieren – also uns dieser bewußt wird – stellen wir fest, dass wir damit verbundene Bilder, Filme und Geräusche im Kopf wieder abrufen können. Bei unseren Hunden werden vermutlich stärker Gerüche als Gedanke repräsentiert. Man kann sich das als Mensch gar nicht so richtig vorstellen.

Das ist zwar alles schön und gut und nett zu wissen, aber was bedeutet das im realen Leben?

Hierzu ein kleines Beispiel: Man kann gelegentlich in Facebook-Gruppen oder bei anderen Gelegenheiten mitbekommen, dass Halter Ihren Hunden das Schnüffeln unterbinden. Aus menschlicher Sicht ist das verständlich, denn wenn jemand gerade keine große Lust und Zeit für einen Spaziergang mit seinem Hund hat, ist es lästig – gar nervig – wenn der Hund in kürzesten Abständen seine „Zeitung liest“ und viel Zeit benötigt.

Doch stellen Sie sich jetzt umgekehrt mal vor, sie sind in einer für sie wichtigen oder auch nicht so wichtigen Situation und irgendjemand hält Ihnen permanent Augen und Ohren zu, also blockiert Ihre bevorzugten Sinneskanäle? Was würde das mit Ihnen machen? Wahrscheinlich nix Gutes. Vermutlich bekommt der Täter eine ziemliche Ansage von Ihnen oder noch viel Schlimmeres. Jedenfalls wären Sie vermutlich ziemlich gestresst und sauer. Aber zum Glück kommt sowas ja nicht vor. Analog bei den Hunden schon…

Die Sache mit der Dominanz – welches Modell hat man von Hunden im Kopf?

Wie oben ausführlicher beschrieben, haben wir alle ein eigenes Modell von dieser Welt, so wie jeder von uns glaubt, dass sie – die Welt – funktioniert. So haben wir auch eine Vorstellung davon, wie Hunde grundsätzlich sind, was sie brauchen, wie und warum sie sich so verhalten. Doch wenn es mehrere Modelle gibt – im Zweifel so viele, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt – welches ist dann das richtige? Diese Frage lassen wir hier mal offen, denn jeder beantwortet diese für sich selbst. An dieser Stelle soll jedoch ein Beispiel gezeigt werden, welche Auswirkung verschiedene Modelle und dadurch Bewertungen ein und derselben Situation haben kann.

Nehmen wir mal an, ein Hundehalter hat einen Hund, der ihn ständig anspringt, z.B. wenn der Halter nachhause kommt. Den Halter stört das und er bewertet diese Geste in seinem Modell von Welt als Pöbeln des Hundes, vielleicht sogar als Dominanzgeste oder ähnlichem. Um dieses Verhalten zu beenden, nutzt der Halter ein bestrafendes Mittel und schmeißt seinen Schlüssel auf den Hintern des Hundes. Das macht er so oft, bis der Hund irgendwann dieses Verhalten sein lässt. Der Hund wurde somit erzogen und verhält sich nun angepasst an den Willen des Halters. Ziel erreicht? Vielleicht…

Was könnte es noch bedeuten?

Nehmen wir jetzt mal an, dass Hunde sich unter anderem mit Schnauzenberührungen begrüßen. Ein weiteres Modell könnte daher sein, dass der Hund dies auch bei seinem Halter versucht und durch sein Anspringen an den Mund des Halters gelangen will. Das hätte dann natürlich nichts mit Pöbeln oder Dominanz zu tun, sondern wäre als nette Geste der Begrüßung zu werten, analog dem Händereichen bei uns Menschen. Es wäre sozusagen ein anderes Modell dieser (Hunde-)Welt…

Um das mal auf die Spitze zu treiben: Stellen Sie sich jetzt mal vor, Sie möchten jemanden die Hand geben und freundlich begrüßen und anstatt der Gegenüber reicht Ihnen freudig die Hand, schlägt er Ihnen mit der Hand ins Gesicht. Nett, oder? Welche Konsequenz hat das für ihre gemeinsame Beziehung?

Und was bedeutet das analog für die Beziehung zwischen ihnen und ihrem Hund? Sicherlich wäre der Hund jetzt auch erzogen worden, doch zu welchem Preis? Die Beziehung zu ihm ist sicherlich gestört.

Das ist jetzt nur ein Beispiel und wenn es in dieser Mensch-Hunde-Beziehung bei nur einem solchen Fall bleibt, ist das sicherlich noch irgendwie tolerabel und reparabel. Das ist nur in aller Regel nicht der Fall. Wenn man ein Hunde-Dominanz-Modell grundsätzlich im Kopf hat und lebt, weil man glaubt, dass Hunde die Weltherrschaft an sich reisen wollen, wird dieses Modell tendenziell in allen Situationen mit Hunden angewendet. Dann wird dieses Modell nachhaltig die Beziehung (zer-)stören und dann weitere Verhaltensauffälligkeiten, wie Wut, Angst und Aggression hervorbringen. Etwas Gutes hat das Ganze – das Anspringen wird dann vom Hund wenigstens nicht mehr gezeigt…

Wie geht man denn nun damit um?

Das ist ganz davon abhängig, welches Modell von Welt der Leser dieses Artikels lebt und für wahr hält und wie stark es in seinem Kopf durch dessen neuronale Vernetzung „fest“ sitzt. Möglicherweise trägt dieser Artikel selbst dazu bei, dass der Leser über das eine oder andere nachdenkt und dadurch sein persönliches Modell in Bezug auf Hunden positiv verändert und dann mal etwas Anderes ausprobiert. Aber vielleicht trifft er ja auch den Hund, der die Weltherrschaft an sich gerissen hat – ähnlich wie die Individuen im Film „Planet der Affen“ – und fristet dann ein Dasein wie einige Hunde in unserer heutigen Gesellschaft

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