Warum würden Menschen einen Coninental Bulldog Welpen kaufen?

Schnirkel

Das hier Geschriebene ist keine wissenschaftliche Abhandlung, sie spiegelt unser eigenen Erfahrungen und Beobachtungen und zieht die eine oder andere These. Wir machen hier nur zum Verständnis der Bedürfnisse eines Hundes einen kleinen, kurzen Abstecher in die Vergangenheit des Hundes, welcher eine Unterart des Wolfes ist, nicht wie viele glauben, eine eigenständige Art.

Die gemeinsam Geschichte des Hundes und der Menschen ist sehr alt

Die Geschichte des Hundes ist wahrscheinlich so alt, wie die Geschichte der Menschheit. Verschiedene Quellen sprechen von unterschiedlichen „Erscheinen“ des Hundes im Leben der Menschen, die Thesen reichen von mehreren 100tausend Jahren bis 15tausend Jahre zurück. Allein diese Spanne der verschiedenen Angaben von Wissenschaftler, Forscher und Theoretikern zeigt, dass wir es nicht genau wissen und jede neue Theorie oder erweiterte Theorie kommt der Wahrheit wohl wieder ein Stück näher und doch werden wir sie (die absolute Wahrheit über den Wolf und Hund) nie gänzlich kennen.

Warum halten wir Menschen Hunde?

Wir bedienen uns eines Blickes in die FCI-anerkannten Rassen. Dieser kann den einen oder anderen Beweggrund, warum wir Hunde halten und Hunde sich auch von uns Menschen halten lassen, ersichtlich machen. Da ist z.B. die Rede von Hütehunden, Vorsteherhunden, Treibhunden usw. Der Wolf wurde also durch Selektion auf die gewünschten Eigenschaften gezüchtet und jede Rasse erfüllt somit ihren spezifischen Zweck und Aufgabe, zunächst vorranging zu Arbeitszwecken.

Doch das geht an uns dieser Stelle nicht tief genug zum Herstellen eines Verständnisses, denn womit würde man erklären können, warum der Mensch heute auch sogenannte „Begleithunde“ halten sollte, welche keinerlei Arbeit im Sinne eines Arbeitszweckes erfüllen?

Kurz zurück zu den sogenannten Arbeitshunden. Nehmen wir mal als Beispiel einen Jagdhund, der den Jäger oder eine ganze Jagdgesellschaft dabei unterstützt, Jagderfolg zu haben. Sei es beim Vorstehen, Treiben, Apportieren usw. – immer unterstützt der Jagdhund beim Jagderfolg. Und wenn der Jäger dann einen Jagderfolg hat, wie fühlt er sich denn dann? Er wird sich wohl recht gut fühlen – was auch immer das für diesen Jäger bedeutet: einfach nur gut fühlen, erhaben fühlen, euphorisch, vlt. sogar ekstatisch. Der Jagdhund verspricht ihm folglich ein entsprechendes gutes Erfolgs-Gefühl – so jedenfalls ein möglicher neurologischer Erklärungs-Ansatz.

Ähnlich wird es sein, wenn wir über andere Arbeitshunde nachdenken, am Ende verspricht der Hund einen Erfolg und ein damit verbundenes Gefühl, z.B. erfolgreich sein im Sinne von Sicherheit (der Halter wird satt, Hof wird bewacht, der Schäfer bringt seine Herde gesund von A nach B usw.).

Die Aufgabe eines Begleithundes, z.B. eines Continental Bulldogs?

Wenden wir uns der Gretchen-Frage zu: Welches Gefühl verspricht sich der Besitzer eines Begleithundes, also z.B. eines Continental Bulldogs? Der Begleithund tut in erster Linie das, was seine Bezeichnung verspricht – er begleitet „seinen“ Menschen durchs Leben. Und was bringt uns Menschen dazu, einen Begleiter – oder auch Sozialpartner – in unserem Leben zu haben, welches Gefühl bzw. Gefühle  stecken dahinter?

Der Mensch ist ein soziales Wesen, sucht die Partnerschaft oder auch Gruppezugehörigkeit um mit ihnen interagieren zu können und von ihnen Feedback zu erhalten. Hier können verschiedene Erwartungshaltungen bei dem jeweiligen Menschen eine Rolle spielen, um z.B. einen Continental Bulldog Welpen zu kaufen. Möglicherweise erwartet er von seinem Sozialpartner Hund so etwas wie Liebe, Treue oder auch Vertrauen. Der eine oder Andere verwechselt einen Hund vielleicht mit einem Ehepartner oder sogar Kind oder er hält einen Hund, damit er anerkannt  wird, z.B. in dem Hund und Halter gemeinsam Pokale bei Ausstellungen gewinnen (Suche nach Anerkennung).

Wenn man ein wenig über die obigen Wort sinniert, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass das alles Gefühle sind, die Menschen in Bezug auf (andere) Menschen haben sollten bzw. von Menschen erwarten dürfen. Und das ist schon irgendwie komisch. Vielleicht ist es am Ende die Aufgabe der Begleithunde, uns Menschen wieder auf einen anderen gefühlvolleren, liebevolleren Pfad zu bringen?

Der Hund gibt Feedback

Wenn Sie z.B. einen Continental Bulldog Welpen kaufen, dürfen Sie eine grundlegende Sache verinnerlichen: Sie bekommen von dem Hündchen auf Ihr eigenes Verhalten ein Feedback in Form seines Verhaltens (so wie Sie Feedback auch von anderen Menschen bekommen, nur eben auf die hündische Art). Das ist ein entscheidender Unterschied zu anderen „Anschaffungen“ in Ihrem Leben, z.B. eines Fernsehers oder Handys, also nichtlebenden Dingen. Diese haben keine Gefühle oder Bedürfnisse, im Zweifel verkaufen, verschenke oder verschrotten wir sie, ohne dass wir ihnen dabei Leid zufügen. Ein Feedback braucht man von diesen sprichwörtlichen Dingen nicht zu erwarten.

Allerdings – wie man aus den Medien entnehmen kann, werden gelegentlich auch Hunde so behandelt, und das macht diesen Planeten nicht gerade zu einem besseren Ort…

Wenn ein Hund auf Ihr Verhalten reagiert – und das tut er mit absoluter Sicherheit – kann da auch ein Haken liegen. Ein Hund ist schlussendlich doch ein Wolf, wenn auch ein ganzes Stück angepasst an den Sozialpartner Mensch. Und weil er ein Wolf ist, hat er Bedürfnisse, die in seinen wölfischen Genen veranlagt sind. Die eine Rasse ist eher ein Jäger, die andere ein Hüter usw. Doch alle Anlagen sind in allen Hunden vorhanden. D.h., ein Hund – egal welcher Rasse – braucht ein bestimmtes Grundmuster, damit er physisch und psychisch gesund bleibt und wir können uns hierzu des Lebensmodells eines Wolfes bedienen.

Was tut der Wolf den lieben langen Tag?

Ein Wolfsrudel (eine Familienstruktur) bzw. sein Familienmitglieder streunen durchs ihr Revier, was mehrere zig Quadratkilometer groß sein kann und legen dabei trabend viele Kilometer zurück. Die Tiere markieren dieses Gebiet und signalisieren damit den Wölfen anderer Rudel (Familien), dass in diesem Gebiet die Ressourcen begrenzt auf diese eine Familie sind. Eindringlinge werden vertrieben, zumeist kampflos, denn als verletzter Wolf hat man recht geringe Überlebenschancen. Andererseits jagen die Wölfe in Ihrem Revier der der Beschaffung von Nahrung wegen, welche im Nachgang zerlegt und gefressen wird. Darüber hinaus gilt es das Territorium zu bewachen. Doch die meiste Zeit verbringt ein Wolf mit Ruhen bzw. Schlafen in seinem Kernterritorium.

Übertragen des wölfischen Tagesablaufs auf den Hund

Die o.g. Struktur ist auch Grundlage des Tagesablaufes eines Hundes, zu mindestens dann, wenn es sich dauerhaft um ein ausgeglichenes und gesundes Tier handeln soll. Der Gassi-Gang, die Simulation von Jagd/Arbeit und das Zerlegen und Fressen der Beute sind sehr wichtig für die Gesundheit des Tieres, genauso wie eine gehörige Portion Ruhe und Schlaf, ggf. auch in Zusammenhang mit Kontaktliegen. Rassebedingt darf der eine Teil etwas geringer ausfallen und dafür eine anderer etwas mehr. Man kann davon ausgehen, dass Hunde, die ein solches Schema nicht leben dürfen, ungewünschte Verhaltensweisen entwickeln, z.B. Aggressionen, übersteigerte (nicht rassebedingtes) Territorialverhalten, Angst u.v.m.

Das Hunde aus verschiedenen Rudeln/Familien miteinander gut klarkommen, z.b. miteinander spielen etc., ist eher die Ausnahme und was man auf Hundetreffen beobachten kann ist zuvorderst Stress für die Tiere und absolut nicht als „normaler“ Alltag für einen Hund zu deklarieren. Oder anders ausgedrückt: Wenn sich Ihr Hund mit einigen anderen Hunden – ins besonders mit denen aus der Nachbarschaft – nicht verträgt, ist das völlig normales Verhalten für einen Hund.

Was ich Ihnen schlussendlich mit auf den Weg geben möchte…

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Hund, z.B. Continental Bulldog Welpen kaufen zu wollen, machen Sie sich klar, warum Sie dies möchten, welches (gute) Gefühl Sie damit in Verbindung bringen und ob dieses Gefühl auch dauerhaft sein wird. Gehen Sie doch dazu mal gedanklich in Ihre Zukunft und malen Sie sich aus, wie es sein wird mit Ihrem, dann ausgewachsenen, Continental Bulldog. Ein Hund hat einerseits Bedürfnisse, die auch heute noch seinem wölfischen Ursprung entsprechen, was andererseits einiges von Ihnen als Halter abverlangt, angefangen vom täglichen Auslauf, der Beschäftigung, Ernährung bis hin zur Pflege und liebevollen Erziehung.

Wenn Sie bereit und in der Lage sind, Ihrem Continental Bulldog ein solches Leben zu bieten, wird er es Ihnen mit unendlich viel Vertrauen, Treue und Liebe zurückzahlen und Ihnen sehr viel Freude bereiten.

Steffen Kröber

Kontakt

Schnirkel

1 + 10 =

Running_Bulldogs_LogoNewsletter abonnieren

Schnirkel

Dann melde Dicht jetzt hier zu unserem kostenlosen Newsletter an!